Rush kehrt nach Europa zurück – fünf Konzerte in Deutschland
Die kanadischen Rocklegenden Geddy Lee und Alex Lifeson bringen die Musik von Rush Anfang 2027 nach Deutschland – eine Hommage an 50 Jahre Bandgeschichte und an den verstorbenen Schlagzeuger Neil Peart.

Es sind zwölf Jahre vergangen, seit Rush zuletzt eine europäische Bühne betreten hat. Das Warten hat bald ein Ende.
Geddy Lee und Alex Lifeson, die beiden verbleibenden Mitglieder der ikonischen kanadischen Rockband Rush, haben angekündigt, dass ihre Fifty Something Tour Anfang 2027 auf Südamerika, Großbritannien und Europa ausgeweitet wird. Für Deutschland bedeutet das gleich fünf Konzertabende – ein außergewöhnliches Bekenntnis zu einem Land, das der Band stets treu geblieben ist.
Die deutschen Konzerttermine
Die Tour führt Rush durch fünf deutsche Städte: Am 21. Februar in der Uber Arena in Berlin, am 25. Februar in der Olympiahalle in München, am 28. Februar in der LANXESS Arena in Köln, am 2. März in der Barclays Arena in Hamburg und am 4. März in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart. Alle Shows sind klassische ‘An Evening With’-Konzerte über zwei Sets, mit einem Setlist-Repertoire von über 40 Songs, das von Abend zu Abend variiert.
Eine Band in einer Klasse für sich
Rush lässt sich nicht in eine einfache Kategorie einordnen. Mit Geddy Lee an Bass, Keyboards und Gesang, Alex Lifeson an der Gitarre und dem verstorbenen Neil Peart am Schlagzeug erschuf das Trio einen Sound, der technisch überwältigend und zutiefst menschlich zugleich war. Über 45 Millionen verkaufte Alben weltweit, sieben GRAMMY-Nominierungen und Milliarden von Streams sprechen für sich – ebenso wie die Tatsache, dass Rush laut Branchenangaben die drittmeisten aufeinanderfolgenden Gold- und Platin-zertifizierten Studioalben einer Rockband vorweisen kann, übertroffen nur von The Beatles und den Rolling Stones.
Die Band ist in der Canadian Music Hall of Fame, der Rock & Roll Hall of Fame und der Canadian Songwriters Hall of Fame verewigt, besitzt Sterne auf dem Canada Walk of Fame und dem Hollywood Walk of Fame, wurde 1996 zu Officers of the Order of Canada ernannt und erhielt 2012 den Canadian Governor General’s Performing Arts Award.
Das eigentliche Vermächtnis von Rush liegt jedoch in ihrer Fähigkeit, Rockmusik ohne Grenzen neu zu denken – eine Balance aus virtuoser Instrumentierung, hymnischem Gesang, tiefgründigen Texten und zeitloser Erzählkunst, die eines der treuesten Publikumskreise der Musikgeschichte gewonnen hat.
Eine Tournee aus Trauer und Liebe geboren
Am 7. Januar 2020 nahm die Welt Abschied von Neil Peart nach seinem Kampf gegen den Hirntumor. Für die Fans war es nicht nur der Verlust eines Schlagzeugers – es war der Verlust eines der großen Denker der Rockgeschichte, dessen Texte unzähligen Menschen Stimme und Bedeutung gegeben hatten.
2025 kündigten Lee und Lifeson ihre Rückkehr auf die Bühne mit einer nordamerikanischen Tournee als Hommage an die Musik der Band und an Pearts Andenken an. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Die ersten 22 Shows waren nahezu sofort ausverkauft, und die Tournee wuchs auf 58 Konzerte in 24 Städten mit über einer halben Million verkaufter Tickets. Nun trägt diese Begeisterung sich über den Atlantik.
Als Geddy Lee es selbst formuliert: ‘Wir proben rund 40 Songs, damit wir die Konzerte dynamisch halten und die Setlists von Abend zu Abend variieren können.’
Neue Gesichter, alte Seele
Rush wird auf der Tournee von der deutschen Schlagzeugerin Anika Nilles begleitet, die unter anderem über 60 Konzerte mit der verstorbenen Gitarrenlegende Jeff Beck gespielt hat, sowie von Keyboarder Loren Gold, bekannt aus seiner Arbeit mit The Who und Roger Daltrey.
Neil Peart zu ersetzen ist eine Aufgabe, die niemand vollständig lösen kann. Aber Nilles bringt ihr eigenes beachtliches technisches Können und musikalisches Feingefühl mit – und das Projekt geht ohnehin nicht um Ersatz, sondern um Fortsetzung.
Das unterstreicht auch die Reaktion von Pearts Angehörigen. Seine Witwe Carrie Nuttall-Peart und Tochter Olivia Peart haben ihre volle Unterstützung erklärt und beschreiben Peart als einen Künstler, der ‘geprägt hat, wie Fans sich mit ihm und der Band verbunden haben, und der ihrem Leben Stimme und Bedeutung gegeben hat.’
Ein historischer Moment
Für deutsche Fans ist dies eine seltene Gelegenheit. Seit 2013 hat Rush nicht mehr in Europa gespielt – wer die Band live erleben möchte, hat nun gleich fünf Chancen, in einer Stadt seiner Wahl dabei zu sein. Ob Berlin, München, Köln, Hamburg oder Stuttgart: Jeder Abend wird sein eigenes Gepräge haben, mit einer einzigartigen Setlist und dem unverwechselbaren Klang einer Band, die die Rockgeschichte mitgeschrieben hat.
