Übersicht über die Albumrezensionen: Turnstile, Motörhead und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Turnstile – Never Enough
Turnstiles viertes Studioalbum “Never Enough” erkundet die Grenzen des Hardcore-Punk mit Energie und melodischer Vielfalt. Der Titelsong “Never Enough” und Singles wie “Seein’ Stars” und “Birds” verbinden Intensität mit subtilen Wendungen, die teilweise an The Police-Rhythmen und klassischen Hardcore erinnern. Reggae-Einflüsse, lateinische Bläser und atmosphärische Synthesizer sorgen für überraschende Momente, ohne den Kern der Band zu verlieren. Das Album wirkt über 45 Minuten kohärent und zeigt eine klare Weiterentwicklung im Vergleich zu früheren Alben wie “Glow On”. Thematisch geht es um Widerstandskraft und Verbundenheit, dargestellt durch chaotische Ausbrüche und reflektierende Passagen. Für Zuhörer, die komplexe Rhythmen und unerwartete musikalische Wendungen schätzen, bietet “Never Enough” ein abwechslungsreiches und fesselndes Erlebnis. (Anton Dupont) (8/10) (Roadrunner Records)
Ryan Davis & the Roadhouse Band – New Threats from the Soul
“New Threats from the Soul” ist ein Americana-Album mit sieben Tracks, darunter der Titelsong und Singles wie “Monte Carlo / No Limits” und “Better If You Make Me”. Das Album verbindet Indie-Rock mit Roots-Storytelling, warmen, vielschichtigen Arrangements und melancholischen Reflexionen, unterbrochen von leichten, freudigen Momenten. Instrumentierung und Harmonien unterstützen die introspektiven Texte, wobei jeder Track zu einer stimmigen Atmosphäre beiträgt. Kritiker lobten die lyrische Tiefe und die konstante Umsetzung. Das Album richtet sich an Zuhörer, die subtile Details und durchdachtes Songwriting schätzen, und verspricht ein reichhaltiges Hörerlebnis über die gesamte Spielzeit. (Norman van den Wildenberg) (9/10) (Sophomore Lounge/Tough Love)
Destroyer – Dan’s Boogie
Destroyer zeigt auf “Dan’s Boogie” weiterhin seinen einfallsreichen Schreibstil, der Verspieltheit und Reflexion ausbalanciert. Tracks wie “Bologna”, “Hydroplaning Off the Edge of the World” und “Cataract Time” verbinden melodische Linien mit subtiler textlicher Tiefe. Klavier und Synthesizer erzeugen ein filmisches Gefühl, während die Gitarre eine solide Basis bietet. Kritiker loben die gleichbleibend hohe Qualität und die durchdachte Produktion, wobei jeder Track zur Kohärenz des Albums beiträgt. Das Werk wirkt vollständig ausgearbeitet und fesselnd für Zuhörer, die sowohl auf Arrangement als auch Text achten. (Anton Dupont) (8/10) (Merge Records)
Nad Sylvan – Monumentata
Zum Jahresende werfe ich ein Licht auf “Monumentata” des Prog-Rock-Größen Nad Sylvan. Dieser Sänger/Multi-Instrumentalist/Komponist verbindet Folk, Klassik, Rock, Jazz und frühen R&B. Die hohen, fragilen Gesänge des leichten, poppigen Eröffnungsstücks sind schön, das Fade-out ist jedoch etwas langweilig. Trotz der Schichten und Details in der Musik werde ich erst von den ruhig gesungenen ersten Worten von “Monte Carlo Priceless” richtig ergriffen. Der Klang der Musik ist wunderschön klar, aber es fehlt der ‘Wow-Faktor’ bis zu “Wildfire”, wo die Musik manchmal gegensätzlich wirkt. Es gibt wunderschöne Details und Übergänge. Wenn die Musik minimalistisch ist, folgt der Gesang. Nach dem zugänglichen “Make Somebody Proud” folgen spannende Tracks mit besonderen Instrumenten- und Rhythmusmischungen. Das gilt auch für die hohen Töne (Geige und Tasten) versus tiefe (Bass). Die gestapelten Gesänge sind in einigen Stücken recht süß, im Einklang mit der Musik. “Monumentata” muss wachsen, vermutlich, weil es sein persönlichstes Album ist. (Esther Kessel-Tamerus) (7/10) (InsideOut)
Motörhead – The Manticore Tapes
Motörhead-Fans können wieder ihre Brieftaschen zücken. Als Gitarrist Larry Wallis und Schlagzeuger Lucas Fox von Lemmy aus der Band geworfen wurden, entstand die klassische “Three Amigos”-Besetzung mit Eddie Clarke an der Gitarre und Phil Taylor am Schlagzeug. Auf diesem Album hören wir die ersten Aufnahmen in der Kilmister/Clarke/Taylor-Besetzung. Es ist kaum zu fassen, dass alle drei Mitglieder dieses illustren Trios bereits im ‘Rock ‘n’ Roll Heaven’ sind. Das Trio ist noch nicht aufeinander eingespielt und überall sind noch Unstimmigkeiten hörbar. Weitere Warnungen für Kaufinteressierte: Die Aufnahmen sind 50 Jahre alt, was deutlich zu hören ist. Es klingt roh und unpoliert. Bei Titeln wie “Iron Horse” ist Lemmys Gesang kaum hörbar. Kein ‘Greatest Hits’-Album erwarten. Die meisten Tracks sind “work in progress”, obwohl es embryonale Versionen von Songs gibt, die später auf offiziellen Alben wie “Iron Horse” und “Motörhead” erschienen sind. Der Wert des Albums liegt vor allem in seiner historischen Relevanz, was allein eine hohe Bewertung rechtfertigt. Nicht-Hardcore-Fans von Motörhead sind mit den offiziellen Alben besser beraten und sollten zwei bis drei Punkte von meiner Endwertung abziehen. (Ad Keepers) (9/10) (BMG)






