Übersicht über die Albumrezensionen: The Molotovs, Only the Poets und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Airelle Besson & Lionel Suarez – Blossom
Ein Akkordeon und eine Trompete. Es ist keine alltägliche Kombination, aber Airelle Besson und Lionel Suarez arbeiten seit über zehn Jahren zusammen. Besson spielt Trompete und Flügelhorn, Suarez das Akkordeon. Auf “Blossom” präsentieren sie eigene Kompositionen und einige Coverversionen. Besson ist verantwortlich für schöne, melodische Stücke wie “Kyoto dans la Brume” und “La Course”, in denen das Akkordeon eine eher begleitende Rolle spielt. Suarez übernimmt die Hauptrolle in “Sans Laisser d’Adresse” und in einer charmanten Interpretation von Pat Methenys “Au Lait”. Es ist reine Romantik. Geschichten werden erzählt, Erinnerungen geschaffen, Liebe gefeiert. Man befindet sich manchmal mitten in Montmartre, zwischen den Feldeseln, auf denen Künstler hoffen, gemeinsam ein Glas Rotwein zu malen. Wenig später steht man in einem Ballsaal, bereit für einen feurigen Tango. Besson und Suarez zeigen sich als Meister darin, Stimmungen zu erzeugen, indem sie genau die richtigen Akzente in den Arrangements setzen. Und dann erkennt man, dass diese beiden Instrumente eigentlich füreinander geschaffen sind. Der letzte Track des Albums ist “Résonances” und die Wahl ist perfekt. Der warme, volle Klang von Suarez’ Akkordeon und die langen, getragenen Töne von Bessons Trompete hallen noch lange nach. (Jeroen Mulder) (8/10) (Bretelles/Papillon Jaune)
VMV Trio – The Search of Meaning
Apulien. Die Küste und das himmelblaue Wasser, die weiten Felder mit vollen Olivenbäumen und die weiß getünchten Häuser in rustikalen Dörfern und Städten, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Hier wurden die drei jungen italienischen Musiker geboren: Alt-Saxophonist Vincenzo Di Gioia, Gitarrist Marco Cutillo und Schlagzeuger Vito Tenzone. Zusammen bilden sie das VMV Trio. “The Search of Meaning” ist das erste vollständige Album der Italiener. Apulien ist bekannt für seine idyllische Umgebung und Olivenöl, aber nicht als Wiege des Jazz. Das VMV Trio könnte das ändern. “In Search of Meaning” zeigt wunderschöne Melodien in starken Kompositionen, die erzählerisch aufgebaut sind, gleichzeitig aber Raum für Improvisation lassen. Der Klang des VMV Trios bewegt sich zwischen modernem Jazz und Rock, von zurückhaltend melodisch bis hin zu robust virtuos. Ein Stück wie “Missing Pieces” zeigt, wie gut diese drei Musiker aufeinander eingespielt sind, und dass ein Trio mit nur Gitarre, Saxophon und Schlagzeug hervorragend funktioniert, gerade wegen Cutillos vielseitigem Gitarrenspiel. Nehmen Sie “Outrage” mit seinem herrlichen akustischen Riff und Santana-ähnlichem Solo. Die schnellen Stücke wie “Now Fly, The Dream is Real” sind die Höhepunkte des Albums, während die langsamen, eher ambient-artigen Stücke manchmal etwas langatmig wirken. Achten Sie auf das Schlagzeug im zuletzt genannten Stück. Davon wird man noch viel hören. (Jeroen Mulder) (8/10) (Inner Urge Records)
B.B. & The Blues Shacks – Blues Is A Stew
Mit dem Album “Blues Is A Stew” liefert die deutsche Formation B.B. & The Blues Shacks eine Sammlung von Songs, die das Wesen des Blues perfekt einfangen. Das Album mischt Eigenkompositionen und Cover wie “I Don’t Know Why”, in denen die Leidenschaft für das Genre aus jeder Note spricht. Michael Arlts Stimme klingt erfahren und bildet eine wunderschöne Einheit mit dem Gitarrenspiel seines Bruders Andreas. In Stücken wie “Keep On Smilin'” hört man die Einflüsse von Soul und Rhythm-and-Blues, die der Band so eigen sind. Die Bläsersektion verleiht dem Ganzen einen vollen, warmen Klang, der an die Blütezeit des Chicago Blues erinnert. “Blues Is A Stew” fühlt sich für den Zuhörer wie eine warme Decke an und bietet ein ehrliches musikalisches Erlebnis. Die Rhythmusgruppe legt ein stabiles Fundament, sodass die Solisten ausreichend Raum haben, zu glänzen. Das Können dieses Quintetts ist unbestritten, und mit dieser Veröffentlichung festigen sie ihren Status in der internationalen Bluesszene. (Elodie Renard) (8/10) (Rhythm Bomb Records/Sonic Rendezvous)
The Molotovs – Wasted On Youth
Das junge britische Trio The Molotovs debütiert kraftvoll mit dem Album “Wasted On Youth”. Die Band liefert einen Sound, der an frühen Punk und Mod-Revivals erinnert, jedoch mit zeitgemäßer Note. Songs wie “Satisfaction Guaranteed” und “More, More, More” strotzen vor Energie und zeigen, dass diese Musiker ihre Instrumente beherrschen. Die Texte von “Wasted On Youth” handeln von den Frustrationen und der Freiheit der modernen Jugend, verpackt in kurze, kraftvolle Tracks. Die Produktion ist ehrlich und direkt, wodurch das Live-Gefühl der Band gut erhalten bleibt. Der Fokus liegt auf starken Hooks und präzisen Rhythmen, die den Zuhörer sofort fesseln. In einer Zeit, in der viele Musikstücke geglättet klingen, setzt diese Band auf eine rohe Kante, die sie von der Masse abhebt. “Wasted On Youth” ist ein Statement einer Band, die genau weiß, was sie erreichen will. Das Album ist ein vielversprechender Start für eine Karriere, die viele Richtungen einschlagen kann. (Norman van den Wildenberg) (7/10) (Fuga)
Only The Poets – And I’d Do It Again
“And I’d Do It Again” markiert ein reifes und bemerkenswert stimmiges neues Album von Only The Poets, in dem Emotion und Reflexion im Mittelpunkt stehen, ohne sentimental zu wirken. Die Band schöpft deutlich aus persönlichen Erfahrungen und übersetzt diese in melodische Songs, die stark auf Pop-Rock setzen, dabei jedoch Raum für Nuancen und Dynamik lassen. Singles wie “Emotionally Hungover” und “I Keep On Messing It Up” geben sofort den Ton an, mit Themen wie Zweifel, Selbstreflexion und den Folgen von Beziehungen, getragen von offenen Gesangslinien und sorgfältig aufgebauten Arrangements. Auffällig ist über das gesamte Album, wie sorgfältig die Songs konstruiert sind, mit Aufmerksamkeit für Spannungsbögen und kleine Veränderungen in Tempo und Intensität. Die Produktion ist klar, ohne glatt zu wirken, wodurch die emotionale Wirkung erhalten bleibt. Schnellere Songs sorgen für Energie, während ruhigere Passagen Atemraum schaffen und dem Album Balance geben. Diese Abwechslung macht “And I’d Do It Again” zu einem Album, das leicht konsumierbar ist, bei wiederholtem Hören jedoch neue Details offenbart. (William Brown) (7/10) (Universal Music Nederland)






