SilverfoxxETO – Warum will mich die Sonne nicht?

New Orleans hat eine reiche Geschichte von Musikern, die Genregrenzen verschieben, und SilverfoxxETO fügt sich nahtlos in diese Tradition ein. Als Instrumentalproduzent und Komponist erschafft er eine Klangwelt, die zwischen Lo-Fi, Hip-Hop, Ambient und experimenteller Musik pendelt. Mit „Why Don’t The Sun Want Me?“ präsentiert er ein Album, das er als melancholischen, zugleich beruhigenden Soundtrack beschreibt, gewidmet Einsamkeit, Angst vor dem Älterwerden, Nihilismus und Depression. Die Musik nimmt diese Themen sehr ernst.

Das Album eröffnet mit „The Séance at Esplanade Mall“, in dem der Einsatz von Samples sofort auffällt. Die Zeile ‘This is a new style of music’ aus „The Sound of C“ von The Confetti’s taucht unerwartet auf und verleiht dem Stück einen eigenartigen, verstörenden Charakter. Aber es stimmt: Es ist ein neuer Musikstil! SilverfoxxETO verwandelt vorhandenes Material in etwas, das eine völlig andere emotionale Wirkung trägt als seine Quelle. Die Produktion atmet Entfremdung und Stillstand.

Der Titeltrack „Why Don’t The Sun Want Me?“ beginnt in neoklassischer Manier und entfaltet sich allmählich. Auch hier sind Samples in die Komposition eingewoben, darunter ‘Lie on the floor and keep calm’ aus „Last Train to Trancentral“ von The KLF. Diese Zeile, einst als kollektives Mantra auf einem Dancefloor gedacht, klingt hier wie ein geflüstertes inneres Monolog. Es ist der stärkste Track des Albums.

„Snowy Stillwater“ bringt Raum und Weite nach der Klaustrophobie der ersten beiden Tracks. Die Instrumentierung ist spärlich, aber durchdacht, mit Texturen, die ein Gefühl kalter Starre hervorrufen. „Zoloft Tweakin Mukbang“ ist im Titel bewusst grotesk und musikalisch ebenso unerwartet. Es knarzt und schwankt, leicht verstörend, was offenbar völlig beabsichtigt ist. Der abschließende Track „Censor“ wirkt wie eine Entspannung, ohne den Hörer vollständig zu entlasten.

Die Stärke dieses Albums liegt in der Konstanz seiner Stimmung und seiner Intention. SilverfoxxETO benötigt keine Worte, um klarzumachen, worum es geht. Die Themen Isolation und existenzielle Unruhe werden vollständig durch Klang und Struktur vermittelt. Die Kürze der fünf Tracks wirkt in beide Richtungen: Die Wirkung ist beträchtlich, doch einige Passagen verlangen nach längerer Entwicklung.

„Why Don’t The Sun Want Me?“ ist keine Hintergrundmusik. Es ist ein Album, das Aufmerksamkeit fordert und belohnt, und ein überzeugendes künstlerisches Statement für alle, die bereit sind, sich den dunkleren Bereichen des experimentellen Lo-Fi hinzugeben. (7/10) (Independent)

Change consent