Joe Jackson – Hope and Fury
Joe Jackson ist seit seinem Debütalbum “Look Sharp!” eigenwillig. In den achtziger Jahren hatte er Erfolg, indem er zwischen New Wave und Ska auf Alben wie “Beat Crazy” von 1980 und “Night And Day” von 1982 hin zu einem jazzorientierten Album wie “Body And Soul” im Jahr 1984 wechselte. Danach erkundete er weiterhin verschiedene Genres auf seinen Alben. Vor drei Jahren veröffentlichte er noch ein Dancehall-Album “What A Racket!”, das musikalisch in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurückgriff. Die dazugehörige Tournee, die ihn unter anderem nach Eindhoven und Utrecht führte, war größtenteils ein theatralisches Ereignis im Stil der wilden zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Im Herbst dieses Jahres gibt er wieder vier Konzerte in den Niederlanden, diesmal zur Promotion seines neuen Pop-Albums.
Doch auf seinem neuen Album “Hope and Fury” wird bereits bei “Welcome To Burning-By-Sea” deutlich, dass er auf seine eigene musikalische Vergangenheit zurückgreift. Der Titeltrack klingt wie eine Mischung aus New Wave und Ska aus seiner Hochphase in den achtziger Jahren. Mit der markanten vollen Basslinie seines langjährigen Bassisten Graham Maby, mit dem Joe Jackson seit seinem Debütalbum regelmäßig zusammenarbeitet. “I’m Not Sorry” erinnert dann an seinen Klassiker “Sunday Papers”. Oder erinnert “Made God Laugh” nicht stark an “It’s Different For Girls”? Das kantige “Fabulous People” und das Soft Rock Stück “After All This Time” hätten ebenso gut Single-Hits aus den achtziger Jahren sein können. “The Face” ist ein lateinisch angehauchtes Echo des Albums “Body And Soul”. Auch “End Of The Pier” hätte auf dieses Album gepasst. Der Abschlusstitel “See You In September” ist eine typische Klavierballade wie wir sie bereits von Jackson kennen, etwa “A Slow Song” auf dem Album “Day And Night”.
Kaum neun Songs und vierunddreißig Minuten, aber das ist kurz und prägnant genug. Denn “Hope and Fury” kann sich mit seinen zuvor genannten klassischen Pop-Alben messen. Vielleicht bringt es wenig wirklich Neues und klingt wie eine Sammlung seiner früheren Wege. Aber alle neun Songs sind eingängig und Joe Jackson ist weiterhin in ausgezeichneter stimmlicher Form mit einundsechzig Jahren. (8/10) (Ear Music)

