Übersicht über die Albumrezensionen: Young the Giant, Foo Fighters und mehr

Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.

Foto (c) Jorge Fakhouri

flyingdeadman – Mirages

Flyingdeadman ist ein cineastisches Post-Rock-Projekt aus dem Westen Frankreichs. Das Projekt begann 2010 und hat sich im Laufe der Jahre von einem Duo zu (kürzlich) einem Quartett mit dem (Live-)Schlagzeuger Louis entwickelt. “Mirages” wurde in Eigenregie veröffentlicht und ist unter anderem auf Bandcamp und Spotify zu hören. Was “Mirages” von den vorherigen Alben und Mini-Alben unterscheidet, ist dass auf zwei Songs Gesang zu hören ist. Auf ‘Rives’ ist Gurval Bagot zu hören und auf dem kraftvollsten Stück von “Mirages”, ‘Hate & Die’, hören wir Sängerin Eugénie, deren verträumte Stimme einen schönen Kontrast zu den schwereren Gitarren bildet. “Mirages” unterscheidet sich ansonsten kaum vom früheren Werk von flyingdeadman. Ich persönlich finde dieses neue Album sogar etwas besser durch den Gesang und die Ergänzung von (Live-)Schlagzeug neben den programmierten Drums. Fans von Bands wie Mogwai, Explosions In The Sky, Caspian und Sigur Rós, die ihren Post Rock gern mit Einflüssen aus Trip Hop und Metal hören, bekommen weitere 38 Minuten schöne Musik. (Ad Keepers) (7/10) (iMD flyingdeadman)

Salamirecorder – Inside The Cage

Die jungen Bandmitglieder von Salamirecorder (Österreich) mischen verschiedene Stile und Jahrzehnte miteinander. So entsteht eine Mischung aus Garage Punk, Psychedelic und Rock and Roll unter anderem. Dazu kommen die charakteristische Stimme von Felix Schnabl und die Vintage-Aufnahmegeräte, und es entsteht ein eigener Klang. Schon im instrumentalen Intro von ‘Brothers & Sisters’ fällt der vintage, leicht matschige Sound stark auf, zusammen mit der Musik entsteht das Gefühl einer sehr alten Schallplatte. Dieser Klang passt zum Stil der Musik, ist aber sehr präsent. Das wird besonders bei den lauteren Gesangspassagen deutlich, wodurch Felix’ Stimme einen scharfen Klang bekommt. Die überwiegend treibenden Songs enthalten angenehme ausgedehnte instrumentale Passagen. Das lädt dazu ein, die Lautstärke aufzudrehen, aber wegen der geringeren Klangqualität ist das nicht wirklich eine Option. Teile der Musik sind vorhersehbar, aber es gibt auch schöne Überraschungen. Die Retro-Atmosphäre ist gelungen, daher ist “Inside The Cage” in dieser Hinsicht ein erfolgreiches Album. (Esther Kessel Tamerus) (5/10) (Siluh Records)

Web Web & Roberto Di Gioia – Kover Kover

Ursprünglich war die Idee, die wahre Identität der Musiker von Web Web geheim zu halten, aber dieser Plan scheiterte schnell, als den Bandmitgliedern klar wurde, dass sie dann nie als Kollektiv auftreten könnten. Inzwischen hat sich die eigenwillige Gruppe um Keyboarder und Producer Roberto Di Gioia mit einer einzigartigen Mischung aus spirituellem Acid Jazz und Fusion etabliert, bisher nur mit Eigenkompositionen. Auf “Kover Kover” greifen Di Gioia, Saxophonist Tony Lakatos, Bassist Christian von Kaphengst und Schlagzeuger Peter Gall auf ganz anderes Material zurück. Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich um Coverversionen. Keine Jazz Standards, sondern Stücke von Nirvana, Grace Jones, Talking Heads und Black Sabbath, um nur einige zu nennen. ‘Slave to the Rhythm’ wird von seiner glatten Pop-Produktion befreit und zu einer minimalistischen Jazzkomposition mit einer starken Rolle für Lakatos. Hendrix’ ‘Burning of the Midnight Lamp’ war bereits ziemlich ‘trippy’, bekommt hier aber eine fast meditative Qualität. Das sind mehr als Coverversionen, das sind radikale Neuinterpretationen. Web Web gelingt es, die Stücke in glaubwürdige Jazzkompositionen zu verwandeln, als wären sie immer schon so gewesen, obwohl die meisten Songs ursprünglich nur aus drei oder vier Akkorden bestehen. Beeindruckende Arbeit. (Jeroen Mulder) (8/10) (Compost Records)

Young the Giant – Victory Garden

“Victory Garden” ist das sechste Album von Young the Giant und erscheint vier Jahre nach “American Bollywood” (2022), das nur mäßig aufgenommen wurde. Mit etwas über 35 Minuten und elf Songs, die kaum die Drei-Minuten-Marke überschreiten, ist es ein auffallend kompaktes Album. Diese Kürze lässt wenig Raum für Sameer Gadhia, um vokal zu glänzen, Tempowechsel auszuarbeiten oder das Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass wirklich entfalten zu lassen. Genau das machte das selbstbetitelte Debüt und den Nachfolger “Mind over Matter” so interessant, auch wegen der subtil eingebauten elektronischen Elemente. Schlagzeuger François Comtois bildete damals das musikalische Rückgrat mit präzisem Timing und Dynamik. Zusammen mit dem abenteuerlichen Spiel der übrigen Bandmitglieder entstanden so Emotion und Tiefe. Gemeinsam mit Gadhias klarer Stimme konnte sich die Band dadurch abheben. Auf “Victory Garden” fehlt diese Spannung weitgehend. Es klingt flacher und weniger dringend. Es wäre nicht überraschend, wenn dieses Album schnell in Vergessenheit gerät. Vielleicht ist es Zeit für ein Live Album, um die alte Energie wieder aufleben zu lassen und die Intensität von “Mind over Matter” zurückzubringen. Im Moment klingt Young the Giant eher wie Hintergrundmusik. (Bart van der Sande) (5/10) (Fearless Records)

Foo Fighters – Your Favorite Toy

Nach dem trauernden “But Here We Are” aus dem Jahr 2023, einem Album geprägt von Dave Grohls persönlichen Verlusten, schlägt das zwölfte Album von Foo Fighters eine radikal andere Richtung ein. “Your Favorite Toy” ist roh, schnell und kompromisslos laut, angetrieben von der frischen Energie des Neuzugangs Ilan Rubin am Schlagzeug. Der ehemalige Nine Inch Nails Drummer ersetzt Josh Freese und verleiht den zehn Songs eine jüngere, mechanisch präzise Dringlichkeit, die die Band seit Jahren nicht mehr gezeigt hat. Der Opener ‘Caught in the Echo’ startet direkt mit einem Punk-Riff, während ‘Window’ an den düsteren Indie-Rock der späten Neunziger erinnert. Im Titelsong ringt Grohl mit Ablenkung und Glamour, seine Botschaft ist klar: nicht im Glitzer ersticken. ‘Spit Shine’ und ‘Of All People’ bestätigen die bewusste Entscheidung für rohe Einfachheit statt Politur. Der Abschlusssong ‘Asking for a Friend’ bietet ein angeschlagenes, aber hoffnungsvolles Finale. Die Kritiken sind gespalten: Einige hören eine vitale Rückkehr zu den Wurzeln, andere eine bereits ausgeschöpfte Formel. Dennoch klingt “Your Favorite Toy” ehrlicher als erwartet. (Anton Dupont) (7/10) (Roswell Records RCA)

Change consent