Alewya – Zero

Alewya debütiert mit “Zero”, ihrem ersten Album, auf dem sie ihre bereits zuvor angedeutete Mischung aus alternativem R&B, elektronischer Musik und Einflüssen afrikanischer Rhythmen weiter ausarbeitet. Das Ergebnis ist ein Album, das stark auf Atmosphäre und Textur setzt und weniger auf traditionelle Popstrukturen. Die Produktion ist oft dunkel und pulsierend, mit viel Raum für Stille und Spannung zwischen den Ebenen.

Das Album beginnt mit “Threshold”, einer langsam aufgebauten Einführung aus minimalen elektronischen Klängen und verzerrten Vocals. Die Spannung entsteht nicht durch einen klaren Höhepunkt, sondern durch ein ständiges Gefühl der Erwartung, das immer wieder hinausgezögert wird. In “I Know Why” tritt der Rhythmus stärker in den Vordergrund, mit scharfer Percussion und einem Beat, der sich ständig verschiebt, ohne jemals vollständig zur Ruhe zu kommen, wodurch eine unruhige Energie entsteht.

“Suffer Well” gehört zu den direkteren Tracks des Albums, aufgebaut um eine schwere Basslinie und eine reduzierte Produktion, die die Stimme in den Mittelpunkt stellt. Der Song wirkt in seiner Struktur fragmentiert, was jedoch seinen Charakter verstärkt. “Blue Heat” geht stärker in Richtung Tanzfläche, mit einem pulsierenden Groove und einem langsamen Aufbau, der Intensität sammelt, ohne jemals vollständig zu explodieren.

In der Mitte des Albums wird der Kontrast stärker sichtbar. “Mirror Skin” ist experimenteller und verzerrter, mit Stimmen und Rhythmen, die sich kaum in eine feste Struktur einordnen lassen. “Hold Me Void” ist minimalistischer, fast karg produziert und hebt den Raum zwischen den Klängen sowie die fragile Stimme hervor. Diese Abwechslung macht das Album interessant, aber auch manchmal distanziert.

Zum Ende hin wird die Atmosphäre etwas zugänglicher, ohne den experimentellen Kern zu verlieren. “Afterlight” bringt mehr Melodie und Wärme hinein, während “Zero Point” das Album mit einer langsam ausklingenden Komposition abschließt, in der sich Rhythmus und Form allmählich im Nichts auflösen.

“Zero” ist kein einfaches Album, aber ein überzeugendes Debüt von Alewya. Sie entscheidet sich klar für künstlerisches Risiko und einen eigenen Sound, der sich nicht immer sofort erschließt, aber durch Textur und Spannung hängen bleibt. Es ist ein Debüt, das eher fasziniert als verführt und mit jedem Hören wächst. (7/10) (Because Music)

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