Übersicht über die Albumrezensionen: Morrissey, Gnarls Barkley und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Glorious Bankrobbers – Intrude
Glorious Bankrobbers ist eine schwedische Rockband, die sleazy Classic Rock spielt. Sie haben sich bereits einen Namen gemacht und mit vielen schwedischen Topmusikern zusammengearbeitet. Gitarrist Kee Marcello, bekannt unter anderem von Europe, produzierte das Debütalbum ‘Glorious Bankrobbers’, das 1984 veröffentlicht wurde. Sie standen auch im Vorprogramm von Yngwie Malmsteen. Glorious Bankrobbers löste sich 1991/1992 auf, und Sänger Olle Hillborg zog nach Norwegen, um bei den Backstreet Girls zu singen. Der Rest der Band machte unter dem Namen Mental Hippie Blood weiter, der zwei Alben veröffentlichte. Auch diese Band hatte nur ein kurzes Bestehen und wurde 1995 aufgelöst. Ende 2006 kamen Glorious Bankrobbers wieder zusammen, diesmal ohne Gitarrist Mikael Jansson. ‘Intruder’ ist das dritte Album, das Glorious Bankrobbers seit dieser Wiedervereinigung veröffentlicht hat. Auf ‘Intruder’ setzen sie fort, was sie auf ihren vorherigen Alben getan haben. Der sleazy Classic Rock klingt jedoch nicht veraltet, sondern zeigt eine Band, die nach 40 bewegten Jahren hungriger ist denn je. ‘Intruder’ ist für jeden Fan von (skandinavischem) Sleaze/Hardrock zu empfehlen. (Ad Keepers) (7/10) (Wild Kingdom Records)
Shai Maestro – The Guesthouse
Jazzfans, die die früheren Alben dieses Pianisten kennen, wie ‘The Dream Thief’, werden in ‘The Guesthouse’ nicht sofort Shai Maestros Handschrift erkennen. Auf diesem Album schlägt Maestro einen anderen Weg ein, weg vom klassischen Klaviertrio und hin zu filmischer, geschichteter Musik, in der das Klavier mit Synthesizern, Soundscapes und Kollaborationen mit verschiedenen Musikern kombiniert wird. Der Albumtitel ist passend: ein Gasthaus, in dem verschiedene Stile und Einflüsse willkommen sind. Maestro nutzt Einflüsse außerhalb des Jazz großzügig, von Pop bis Weltmusik, mit Paul Simon, Rosalía und John Coltrane als Inspirationsquellen. Einige Stücke sind kurze, fast liedhafte Kompositionen mit klarer Form, während andere Passagen sich langsam in Improvisation und Textur entfalten. ‘The Guesthouse’ ist ein Album, auf dem Maestro sich mehr als Komponist denn als Pianist präsentiert. Auf Tracks wie ‘Strange Magic’ mit Gesang von Michael Mayo oder ‘Nature Boy’, das stark auf Elektronik und Saxophonimprovisation setzt, spielt das Klavier nicht die Hauptrolle. Das Ergebnis ist ein besonders abwechslungsreiches Album, das gezielt ein breiteres Publikum anspricht. Gelungen. (Jeroen Mulder) (8/10) (Sleeping Giant Music)
Bonfire Lakes – Sorino
Es hat eine Weile gedauert, bis Bonfire Lakes, alias Marino Roosen, ein vollwertiges Album veröffentlichte. Kürzlich brachte Bonfire Lakes das neue ‘Sorino’ heraus. Der Albumtitel leitet sich von ‘’so Marino’’ ab und dreht sich vor allem um die Kraft der Verwundbarkeit der Songs. Das Album besteht nicht nur aus neuem Material. Auch zuvor veröffentlichte Songs wie ‘Vacancy’ und ‘Song For Ma’ wurden neu arrangiert und aus ihrem Rockgewand befreit. Es ist deutlich, dass ‘Sorino’ ein sehr persönliches Album geworden ist und daher ‘’so Marino’’ ist. Roosen hat keine Angst mehr, seine Verwundbarkeit zu zeigen, und das zeigt ‘Sorino’. Es lässt sich angenehm an einem Sonntagmorgen hören. (Rik Moors) (7/10) (Thorn In My Side)
Morrissey – Make-Up Is a Lie
Morrissey bleibt eine der meistdiskutierten Figuren des Alternative Rock, und sein vierzehntes Soloalbum ‘Make-Up Is a Lie’ wird diesen Status nur bestätigen. Produziert von Joe Chiccarelli, bietet das Album eine Sammlung von Songs, in denen die markante Baritonstimme des Sängers im Vordergrund steht. Die Texte sind wie gewohnt scharf und oft provokativ, setzen sich mit der modernen Gesellschaft auseinander und scheuen nicht vor persönlichen Frustrationen zurück. Musikalisch stützt sich das Album auf bekannte Indie-Strukturen, doch gibt es Momente, in denen die Instrumentierung schwer wirkt. Einige Lieder vermissen die melodische Finesse seiner früheren Werke, während andere durch ihre rohe Einfachheit überraschen. Die Single ‘Make-Up Is a Lie’ dient als Anker des Albums und fasst das Thema Authentizität und Täuschung gut zusammen. Trotz der Kontroversen um seine Person ist Morrisseys künstlerische Vision auf diesem neuen Werk unverkennbar. Für Liebhaber bietet es genau das, was sie erwarten: Melancholie verpackt in kritische Reflexionen. (Anton Dupont) (6/10) (Capitol Records)
Gnarls Barkley – Atlanta
Nach einer achtzehnjährigen Pause kehrt das Duo CeeLo Green und Danger Mouse endlich mit dem Album ‘Atlanta’ zurück. Das Album ist eine emotionale Hommage an die Stadt, in der ihre musikalischen Wurzeln liegen, und bietet eine reichhaltige Mischung aus Soul, Hip-Hop und Psychedelia. Greens markante Stimme klingt kraftvoller als je zuvor, während Danger Mouses Produktionen weiterhin geschichtet und mysteriös bleiben. Auffällige Momente sind die Singles, die von mitreißenden Rhythmen bis zu intimen Balladen reichen. Das Album fühlt sich wie ein logischer Abschluss ihrer Trilogie an und zeigt, dass die Chemie zwischen den beiden Künstlern nach wie vor vorhanden ist. Die Texte sind persönlich und reflektieren das Wachstum, das sie seit ihren früheren Erfolgen individuell durchlaufen haben. Fans der ersten Stunde werden den vertrauten Sound erkennen, aber es gibt auch genug Neuerungen, um ein modernes Publikum anzusprechen. ‘Atlanta’ ist ein authentisches Dokument, das die Geschichte der Gruppe ehrt und gleichzeitig frischen Wind in das Genre bringt. (Elodie Renard) (8/10) (Lexicon Records)






