Übersicht über die Albumrezensionen: Robben Ford, Chicago Soul Jazz Collective und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Club d’Elf – Loon & Thrush
Nehmen Sie die Wasserpfeife, setzen Sie sich in den Lotussitz und legen Sie dieses neue Album von Club d’Elf auf, das mit einer Interpretation von Grateful Dead’s ‘Bird Song’ beginnt, dem Beginn einer einstündigen Reise, wie sie nur die Gruppe um Bassist Mike Rivard liefern kann. Dieser Bass ist natürlich auch auf diesem neuen Album wieder sehr präsent: tief und pulsierend, klar im Dub verwurzelt, während darüber Instrumente in Fragmenten von Melodie, orientalischen Einflüssen und Elektronik schweben, die manchmal kaum noch als solche erkennbar ist. Die Stücke fließen ineinander, als wären sie Teil einer langen Improvisation, in der jeder Musiker genau weiß, wann er etwas beisteuert und vor allem wann nicht. Musik wie hypnotische psychedelische Diashows, wie sie in der Hochphase der Grateful Dead beliebt waren. Gleichzeitig klingt Club d’Elf deutlich funkiger als die Dead. Hören Sie nur den Groove des Titelstücks oder ‘Left Hand of Clyde’, das stärker auf Fusion der siebziger Jahre setzt. Larry Coryells The Eleventh House neu interpretiert. Die Band ist auch noch nicht fertig mit Jerry Garcia, denn sein ‘New Speedway Boogie’ bekommt ebenfalls ein gelungenes Makeover. Geben Sie die Pfeife noch einmal weiter. (Jeroen Mulder) (8/10) (Face Pelt Records)
Wasted Youth Club – Shared Whining
Auf diesem neuen Mini-Album schlägt die niederländische Psy-Punk’n Roll Band, wie sie ihre Musik selbst beschreibt, einen etwas anderen musikalischen Weg ein als auf ihrem 2024 erschienenen Debütalbum ‘Consequences’. Mehr Schichten, mehr psychedelische Einflüsse, besonders hörbar im mit Fuzz-Effekten versehenen Gitarrenspiel, und eine subtile Sixties Rock ’n’ Roll Atmosphäre. Die fünf kurzen Stücke auf ‘Shared Whining’ werden roh, rastlos und voller Energie gespielt und behandeln alltägliche Frustrationen. Der Albumtitel ‘Shared Whining’ spiegelt die Themen kollektiver Unzufriedenheit wider, die in den fünf Songs erforscht werden. Ein starkes Mini-Album, das Fans von ähnlichen Acts wie Parquet Courts und Ty Segall sowie Liebhaber energiegeladenen Punk Rock ’n’ Roll anspricht. Das Album ist auf Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music verfügbar und erscheint in einer limitierten Auflage von nur 50 Exemplaren beim Label Le Cèpe Records. (Ad Keepers) (7/10) (Le Cèpe Records)
A Different Thread – Over Again
A Different Thread ist eine Americana-Folkband mit eigenem Sound. Die Texte ihres dritten Albums handeln von Lebenserfahrungen (Leben im Van, Liebe über Ozeane hinweg), Umwelt und Gerechtigkeitsthemen. Gesanglich sind die Songs gut ausbalanciert, sowohl die einzelnen Stimmen als auch der Harmoniegesang von Alicia Best und Robert Jackson sind ausgezeichnet. Ihr Gesang ist gospelartig und gut verständlich. Die Songs sind leicht hörbar, aber die (manchmal emotionalen) Texte wirken durch den positiven Klang weniger stark. Der musikalische Fluss ist ruhig, gelegentlich bringt elektrische Gitarre etwas mehr Biss. Die Instrumente sind gut ausbalanciert, ebenso wie Alicias subtile Percussion. Das Album vermittelt das Gefühl entspannter Musik am Lagerfeuer. Durch den ruhigen Fluss sinkt die Aufmerksamkeit etwas. Aber Cello und Violine in ‘Columbine’ berühren mich, es geht um einen ‘school shooting’. ‘Over Again’ ist ein Album für Liebhaber ruhiger Musik (Esther Kessel) (7/10) (Same Cloth Records)
Chicago Soul Jazz Collective – No Wind & No Rain
‘No Wind & No Rain’ ist das vierte Album dieses siebenköpfigen Ensembles aus der Windy City. Die Gruppe bietet seit Jahren eine energiegeladene Mischung aus Jazz, Blues, Soul, Funk und Gospel. Vielleicht erklärt der ständig wehende Wind in Chicago, warum die Stadt so viele hervorragende Bläsersektionen hervorbringt. Der Opener ‘The Laughing Heart’ trifft sofort: ein eingängiger Groove und ein großartiges Saxophon-Solo des Gründers, Komponisten und Bandleaders John Fournier, bevor Gitarrist Larry Bown Jr. zum Einsatz kommt. Von der ersten Minute an stürmt das Chicago Soul Jazz Collective durch die Lautsprecher. Dee Alexanders kraftvolle raue Vocals sind nicht zu überhören. Nicht alles wird mit Hurrikanstärke gespielt und gesungen, ganz im Gegenteil. In ‘Message to a Child’ zeigt Alexander, dass sie auch zurückhaltend singen kann. Hier hebt ihre Stimme den Track deutlich an: in Dynamik, Klangfarbe, Umfang und Phrasierung. Die Band ist am stärksten in den funkigen Passagen, etwa im abschließenden Instrumental ‘A Groove for Ramsey’, einer Hommage an Jazzlegende Ramsey Lewis, der 2022 verstorben ist. Abschlussstück? Nicht ganz, denn die letzten Töne gehören dem Flügelhorn in einem ‘Interlude’, einem instrumentalen Zwischenspiel, das eigentlich keines ist und dafür sorgt, dass ‘No Wind & No Rain’ wie ein erschöpfter Hurrikan an Land kommt, reduziert zu einer starken Brise. Das hätte anders sein können und sein sollen. (Jeroen Mulder) (7/10) (Calligram Records)
Robben Ford – Two Shades of Blue
Mit 74 Jahren ist Robben Ford kein Neuling unter den versierten Gitarristen. Vielleicht nicht dem breiten Publikum durch eigene Bekanntheit vertraut, aber in der Szene wissen Gitarrenliebhaber genau, wer er ist. Das zeigt auch seine lange Liste an Kollaborationen mit unter anderem Walter Trout, Bill Evans, Jimmy Nail und Edgar Winter. Zurück zu diesem Album ‘Two Shades of Blue’. Es hat eine klare Produktion, klingt frisch und stellt besonders den Hammond B3 in den Vordergrund. Ford macht seit 50 Jahren Alben, schafft es hier aber dennoch, eine vielseitige Mischung aus Blues, Jazz Fusion und Rock zu liefern. Auch wenn ich die Version von ‘Jealous Guy’ nicht vollständig einordnen kann, mag sie für andere erfrischend sein. ‘Perfect Illusion’ vermittelt ein unwillkürliches Gefühl von Hoffnung. In ‘Two Shades of Blue’ kommt der Hammond B3 deutlich zur Geltung. In den letzten drei Instrumentalstücken verschiebt sich der Fokus stärker Richtung Fusion, wobei Ford auch mit verschiedenen Musikern an Bass, Keyboards und Schlagzeug arbeitet. Ein starkes Album, das es verdient gehört zu werden. (Bart van de Sande) (8/10) (Provogue Records)






