Übersicht über die Albumrezensionen: Steve Wilson, Benny Benassi und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Jordan Rakei – Between us
Mit der EP “Between Us” liefert der neuseeländische, in London ansässige Multiinstrumentalist Jordan Rakei fünf Tracks, die während der Schlussphase seiner Residency in den Abbey Road Studios aufgenommen wurden. Ein Tag, ein Gast, ein Track, kein Überdenken, das war die Vereinbarung. Das Ergebnis erscheint am 24. April 2026 über Fontana und hört sich wie ein Vorgeschmack auf North Sea Jazz im nächsten Jahr an. “What It Gave Me” eröffnet mit Jalen Ngonda und seinem warmen, retro-souligen Timbre. “Easy To Love” erhält den Groove von Tom McFarland von Jungle, tanzflächenorientiert, ohne den Soulkern zu verlieren. “It Never Ends” ist der Höhepunkt: Femi Koleoso von Ezra Collective treibt den Track mit jener typisch nach vorn drängenden Schlagzeuger-Sensibilität an, der der britische Jazz seinen Mercury-Preis verdankt. “Problems” mit FKJ ist verträumt und cineastisch, “Monsters” mit Saxofonistin Nubya Garcia schließt mit einer sechsminütigen Ausweitung ab, die dem Bläser allen Raum lässt. Der Vorbehalt ist genau das, was die EP ist: fünf Tracks, neunzehn Minuten, und man weiß nicht, welche acht Songs es nicht geschafft haben. Eine höhere Bewertung passt nicht zu einer EP, aber was hier steht, ist von höchster Qualität und beweist erneut, dass Rakei nicht nur ein außergewöhnlicher Sänger und Produzent ist, sondern vor allem ein Kurator mit einem unfehlbaren Gespür dafür, was zu wem passt. (Jan Vranken) (8/10)(Fontana)
Jackson Dean – Magnolia Sage
Magnolia Sage ist bereits das dritte Album des noch relativ jungen Jackson Dean, des 25-jährigen Singer-Songwriters aus Maryland. Mit seiner dunklen, rauen Stimme baut er stetig ein verlässliches Werk auf, in dem Themen wie Beziehungen, Sehnsucht und Whisky nie weit entfernt sind. Es sind vertraute Zutaten innerhalb des Genres, aber Dean bringt sie mit genügend Überzeugung, um die Aufmerksamkeit zu halten. Obwohl Magnolia Sage fest in der Country verwurzelt ist, lässt das Album durch seine subtile Schichtung auch Raum für ein breiteres Publikum. Die Produktion ist sorgfältig und enthält genug Nuancen, um das Ganze interessant zu halten, ohne die Zugänglichkeit zu verlieren. Mit einer Laufzeit von 37 Minuten, verteilt auf elf Songs, ist das Album kompakt und gut konsumierbar. Es hört sich leicht weg, doch gerade in dieser Kürze liegt auch ein Mangel. Manchmal hätte das Material von mehr Tiefe profitiert. Deans Stimme eignet sich hervorragend für starkes Storytelling, doch dieses Potenzial wird nicht immer voll ausgeschöpft. Dadurch bleiben einige Songs in bekannten Mustern und Themen hängen, ohne wirklich eine tiefere Ebene zu erreichen. Es fühlt sich gelegentlich wie eine Farbpalette an, die nah beieinander liegt: angenehm, aber nicht immer ausreichend eigenständig. Dennoch ist Magnolia Sage ein solides und stimmungsvolles Album, das zeigt, dass sich Jackson Dean weiterentwickelt. (Bart van de Sande) (7/10) (Big Machine Label Group, LLC)
Demonessa – Wild ‘N Loud
Demonessa ist eine neue Heavy-Metal-Band aus Finnland. Sie spielen klassischen Heavy Metal mit einem modernen Twist. Das in Eigenregie aufgenommene Album enthält zwölf Songs, die von schnellen Tracks wie ‘High Voltage’ und dem Titeltrack bis zu Halbballaden wie ‘I Stand Alone’ und ‘Queen Of Pain’ reichen, mit schönen Gitarrensoli von John Creweholm und Hugo M. Raze. Sängerin Senja ist solide, aber keine Weltklasse. Sie erinnert mich stark an Doro Pesch, wobei sie vor allem in den Balladen zeigt, dass sie auch höhere Lagen beherrscht. Insgesamt ist Demonessa eine Band, die man im Auge behalten sollte. “Wild ‘N Loud” erscheint am 1. Mai und für diejenigen, die nicht so lange warten möchten, sind bereits vier Songs auf Spotify verfügbar. (Ad Keepers) (7/10) (Eigenproduktion)
Benny Benassi — Feel the Bass
Zehn Jahre nach “Danceaholic” liefert der italienische Electro-House-Pionier Benny Benassi mit “Feel the Bass” (Ultra Records) sein fünftes Studioalbum: zwölf Tracks, sechsunddreißig Minuten, und keine Sekunde Zweifel daran, dass er noch auf die Tanzfläche gehört. Wer “Satisfaction” aus dem Jahr 2002 noch in den Beinen hat, weiß, was Benassi kann: ein mechanischer, fast klinischer Bass, der eher mit einer Bohrmaschine als mit einem Synthesizer erzeugt zu sein scheint. Auf “Feel the Bass” kehrt er genau zu diesem Markenzeichen zurück, unterstützt von einer Gästeliste, die Generationen verbindet. Der Opener “Love Is Gonna Save Us” mit ARTBAT ist der breiteste Moment, während “Aku Aku” mit dem italienischen Duo Axis Zero am härtesten trifft: kurz, trocken, kompromisslos. “Chicago Baby” mit House-Veteran Felix Da Housecat ist die cleverste Zusammenarbeit auf dem Album, ein Augenzwinkern an die Stadt, in der alles begann. Das Problem liegt in der Dauer. Sechsunddreißig Minuten klingen straff, aber mehrere Tracks bleiben unter drei Minuten und enden, bevor sie sich wirklich entfalten. Wer ein abendfüllendes Cluberlebnis sucht, muss selbst mixen. (Jan Vranken) (7/10) (Ultra Records)
Steve Wilson – Enduring Sonance
Nicht zu verwechseln mit dem Prog-Guru Steve Wilson. Dieser Steve Wilson spielt Saxofon und tut dies weniger abenteuerlustig als Porcupine Tree. Trotz seines prominent auf dem Cover stehenden Namens spielt Wilson im Dienst des Ensembles mit der Pianistin Renee Rosnes, dem Vibrafonisten Joe Locke und dem Schlagzeuger Kendrick Scott als Kern. Große Namen, aber keine virtuose Kraftmeierei. “Enduring Sonance” bietet einfach angenehm klingende Melodien. Wilson hat für das Album mehrere Stücke ausgewählt, die er in klare Arrangements überführt. Man sollte kein Feuerwerk erwarten, aber solides musikalisches Handwerk. Hören Sie ‘Helen’s Song’ von George Cables oder ‘A Volta’ von Bill Lee. Stücke, in denen Wilsons Saxofonspiel hervorragend zur Geltung kommt und dennoch im Gesamtklang aufgeht. Das abschließende ‘Francisco’ ist in dieser Hinsicht dissonant. Wie bei vielen Tracks ersetzt Wilson die Gesangsmelodie durch sein Saxofon, in diesem Fall die Melodie, die Milton Nascimento 1979 aufgenommen hat. Was im Gesang mit Worten nicht auffällt, ohne diese jedoch schon, ist, dass diese Melodie im Kern recht flach ist. Die Repertoirewahl hätte in dieser Hinsicht besser sein können, insbesondere für einen Abschluss, der das Album nun eher bedeutungslos enden lässt. (Jeroen Mulder) (6/10) (Smoke Session Records)






