Guy Buttery und Vusi Mahlasela: Zwanzig Jahre in der Entstehung

Seit mehr als zwei Jahrzehnten verbindet Guy Buttery und Vusi Mahlasela eine musikalische Freundschaft, die größtenteils hinter den Kulissen entstanden ist, in Tonstudios, auf Alben, und durch eine gegenseitige Bewunderung, die mit der Zeit gewachsen ist. Nun, im Jahr 2026, verlagert sich diese Beziehung endlich auf die Bühne.

Für Buttery ist das bevorstehende Doppelkonzert mit Mahlasela etwas besonders Bedeutsames. Er ist mit der Musik der südafrikanischen Ikone aufgewachsen, und obwohl die beiden Musiker bereits zusammengearbeitet haben, haben sie noch nie erlebt, was passiert, wenn ihre musikalischen Sprachen vor einem Live-Publikum aufeinandertreffen.

Ihre Geschichte begann 2006, als Buttery Gitarre und Mandoline zu Mahlaselas Album “Guiding Star” beisteuerte. Ein Jahrzehnt später setzte sich der Austausch fort, als Mahlasela Gesang zu zwei Titeln von Butterys selbstbetiteltem Album aus dem Jahr 2016 beisteuerte. Diese Aufnahmen schufen eine musikalische Verbindung zwischen ihnen; die bevorstehenden Konzerte werden zeigen, was passiert, wenn diese Verbindung unmittelbar und spontan werden muss, statt Take für Take im Studio erarbeitet zu werden.

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‘Vusis Improvisationen brachten echte Magie in diese Aufnahmen’, erinnert sich Buttery und beschreibt die früheren Sessions als einen Höhepunkt seiner Karriere. Doch gemeinsam für eine Live-Show zu proben, hat sich als eine ganz andere Übung erwiesen, eine, bei der es darum ging, ohne Worte zu kommunizieren, Körpersprache zu lesen, Signale zu antizipieren, und herauszufinden, wie jeder Musiker im jeweiligen Moment reagiert. Nach Jahren, in denen sie an getrennten Projekten gearbeitet haben, müssen sie nun lernen, als musikalische Partnerschaft zu denken.

Genau das macht die bevorstehenden Auftritte so aufregend. Butterys kunstvolles Gitarrenspiel und Mahlaselas unverwechselbare Stimme entstammen sehr unterschiedlichen musikalischen Welten, doch gerade dieser Kontrast lässt die Zusammenarbeit funktionieren: Keiner der beiden Musiker muss den anderen dominieren, und ihre Unterschiede schaffen Raum für etwas Neues.

Es wird auch Raum für Improvisation geben. Mindestens eine ihrer früheren Studiozusammenarbeiten wird voraussichtlich Eingang in das Live-Repertoire finden, doch Buttery fühlt sich besonders von den unvorhersehbaren Momenten angezogen, den Teilen eines Konzerts, die nicht geprobt oder vollständig geplant werden können. Schließlich, so sagt er, sollte eine Live-Zusammenarbeit mehr sein als eine auf der Bühne dargebotene Studioaufnahme. Sie sollte sich verändern dürfen.

Für Buttery geht der Reiz der Zusammenarbeit mit Mahlasela über die Musik selbst hinaus. Im Laufe der Jahre hat er nicht nur Mahlaselas musikalische Leistungen bewundern gelernt, sondern auch die Person dahinter, dessen Menschlichkeit, Respekt, Vergebungsbereitschaft, und tiefen Frieden, Eigenschaften, die Buttery als untrennbar mit der Botschaft seiner Musik verbunden ansieht. Er ist zudem fasziniert von Mahlaselas außergewöhnlicher sprachlicher Bandbreite, in der er in zahlreichen Sprachen singt, sowie von der Breite einer Karriere, die ihn um die ganze Welt geführt hat.

Dennoch bleibt ein Element der Überraschung, wenn man Mahlaselas Energie aus der Nähe erlebt. Nach so vielen Jahren des Auftretens nähert sich der Singer-Songwriter der Musik weiterhin mit einer Begeisterung, die Buttery bemerkenswert findet. Bei einer kürzlichen Probe dankte Mahlasela Buttery sogar dafür, Geist und Energie in den Raum gebracht zu haben, ein bezeichnender Austausch, wenn man bedenkt, dass der jüngere Musiker, der mit Mahlaselas Musik aufgewachsen ist, nun dazu beiträgt, den erfahrenen Künstler zu beleben, während er gleichzeitig weiterhin von ihm lernt.

Dieses Gefühl des gegenseitigen Austauschs ist letztlich das, was dies von einem nostalgischen Wiedersehen unterscheidet. Keiner der beiden Künstler besucht einfach nur die Vergangenheit erneut; beide bringen alles, was sie in den vergangenen Jahren gelernt haben, in eine neue musikalische Situation ein, und das Publikum wird unweigerlich Teil dieses Prozesses. Buttery erwartet nicht, dass jeder die Konzerte auf genau dieselbe Weise erlebt. Musik, so glaubt er, ist zutiefst persönlich, und zwei Menschen können im selben Raum stehen und mit völlig unterschiedlichen Erinnerungen an dieselbe Aufführung nach Hause gehen. Diese Unvorhersehbarkeit ist einer der Aspekte, die ihn am meisten begeistern, ebenso wie das Bewusstsein, dass diese Auftritte gerade deshalb ungewöhnlich besonders sein könnten, weil nicht garantiert werden kann, dass sie sich wiederholen: Fünf gemeinsame Konzerte könnten eine einmalige Gelegenheit sein, was es umso wichtiger macht, dabei zu sein.

Für Buttery sind die bevorstehenden Shows also nicht einfach ein weiterer Eintrag in einem Tourplan. Sie sind der Höhepunkt einer Beziehung, die vor mehr als 20 Jahren begann, als ein Gitarrist zu einem Album eines Künstlers beitrug, den er schon lange bewunderte. Nun haben sich die Studiotüren zur Bühne hin geöffnet, wo zwei sehr unterschiedliche musikalische Stimmen in Echtzeit aufeinandertreffen werden, geprobte Songs bilden dabei die Grundlage, Improvisation lässt das endgültige Ziel offen.

Über die Musik hinaus gibt es einen größeren Zweck. Mahlasela und Buttery repräsentieren unterschiedliche Generationen und Dimensionen südafrikanischer musikalischer Kreativität, doch beide haben sich Publikum weit über die Grenzen ihres Landes hinaus aufgebaut. Sie zusammenzubringen bietet die Gelegenheit, dieses musikalische Gespräch Hörern näherzubringen, die möglicherweise einen der beiden oder beide Künstler zum ersten Mal entdecken. Für Buttery mag dies letztlich der lohnendste Teil der Reise sein: etwas, das sich 20 Jahre lang still entwickelt hat, nun endlich ein Publikum im Moment miterleben zu lassen.

Die Songs existieren bereits. Die Freundschaft existiert bereits. Nun kommt der Teil, der nicht im Voraus aufgezeichnet werden kann.

Die Bühne.

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