Allessa – Spielerin
Es gibt Künstlerinnen und Künstler in der deutschsprachigen Schlagerwelt, die Jahr für Jahr weitermachen, ohne jemals wirklich zu überraschen, und dann gibt es Allessa, die mit jedem neuen Album ein wenig mehr von sich selbst zeigt. Die österreichische Sängerin, die als Elke Kaufmann in Graz geboren wurde, begann ihre musikalische Reise Ende der 1990er Jahre in der Girlgroup C-Bra und entwickelte sich über die Coverband Rapublic zu einer der erfolgreichsten Stimmen des modernen Popschlagers. Neben ihrer Musikkarriere schloss sie auch ein Studium der Veterinärmedizin ab, worauf sie noch immer stolz ist. Mit “Spielerin”, ihrem neuesten Album, kehrt sie mit dem zurück, was sie selbst als ihr bisher persönlichstes und authentischstes Werk bezeichnet.
Das Album erscheint bei ihrem neuen Label LASSO-MUSIC, bei dem Allessa eigenen Angaben zufolge endlich eine musikalische Heimat ohne einschränkende Schubladen gefunden hat. Diese Freiheit ist zu hören. Bei acht der zwölf neuen Titel war sie selbst am Songwriting beteiligt, wodurch das Album eine deutlich persönliche Handschrift erhält. Der Titel “Spielerin” steht symbolisch für jemanden, der dem Leben selbstbewusst begegnet und Chancen ergreift, und diese Haltung ist in fast jedem Song zu spüren.
Die erste Single “Zwischen Deinen Zeilen” eröffnet das Album mit viel Gefühl und erzählt von unausgesprochenen Emotionen und verletztem Stolz, verpackt in einen eingängigen Refrain. Auch “20.000 Meilen”, die Single, mit der Allessa zwölf Wochen lang die Airplaycharts dominierte, davon sechs Wochen auf Platz eins, darf natürlich nicht fehlen. Es ist eine emotionale Hymne über zweite Chancen, die inzwischen als einer ihrer größten Hits gilt. Mit “La Bambola” bringt sie einen fröhlicheren, tanzbareren Sound ein, während “Er ist doch viel zu jung (18 Jahre)” einen erzählerischen, fast filmischen Charakter besitzt.
Songs wie “Firewall” und “Verdammt” zeigen eine etwas kraftvollere Seite von Allessa, während “Solange wir leben” und “Auf Liebe gibt es keine Garantie” wieder näher an der klassischen, romantischen Schlagertradition bleiben. Diese Abwechslung zwischen Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein ist genau das, worin dieses Album erfolgreich ist. Es wird nie langweilig, auch nicht über vierzehn Titel hinweg, darunter zwei Remixe.
Was “Spielerin” vor allem zeigt, ist eine Künstlerin, die inzwischen genau weiß, wer sie ist und was ihr Publikum von ihr erwartet, ohne sich dabei zu wiederholen. Die Texte wirken aufrichtig, die Produktionen sind modern, ohne gezwungen zu klingen, und Allessas Stimme mit ihrer charakteristischen Wärme und Kraft bleibt der rote Faden durch das gesamte Album.
Mit “Spielerin” bestätigt Allessa ihren Platz als eine der beständigsten Stimmen im modernen deutschsprachigen Schlager. Die Fans bekommen genau das, worauf sie gehofft haben, und das ist beachtlich für eine Künstlerin, die inzwischen seit fast zwei Jahrzehnten im Geschäft ist. (8/10) (LASSO-MUSIC)

