Übersicht über die Albumrezensionen: Loathe, Kasabian und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
Embrace Of Souls – Battle of the Dead
“Battle of the Dead” ist das neue Konzeptalbum der italienischen Symphonic-Power-Metal-Band. Der Einstieg ist fast filmisch und sehr vielversprechend. Auch wenn Musik und Gesang gut sind, verblasst die filmische Wirkung schnell. Der englische Gesang, von einer klassisch ausgebildeten Sängerin gesungen, ist nicht immer vollständig verständlich. Die historischen Aspekte kommen im schönen Booklet deutlich besser zur Geltung als im Gesang und in der Musik. Das Tempo ist phasenweise mitreißend, wodurch die gesungenen Worte weniger stark wirken. Zudem sind die Kontraste zwischen hoch und tief, laut und leise zu gering, wodurch die Stücke weniger Eindruck hinterlassen. Die stimmlichen Grenzen werden in “Who Can Save Us” ausgelotet. In “Betrayal” hört man Emotion im ‘Schrei’. Die Aufteilung zwischen Metal und Symphonic ist sehr ausgewogen. Außerdem gibt es schöne Details, unter anderem in den Keyboards. Bass- und Gitarrenspiel sind angenehm stark. Besonders in den schnellen Passagen hätten die Drums voller klingen dürfen. Der kalte Klang ist stellenweise sogar etwas dominant. Einige Teile und Wendungen sind recht vorhersehbar, werden jedoch durch starke Abschnitte abgelöst. Trotz meiner Kritikpunkte ist es ein insgesamt solides Album. (Esther Kessel-Tamerus) (7/10) (Rockshots Records)
Motionless in White – Decades
Mit “Decades” liefert Motionless in White ein sauber produziertes Metalcore-Album ab, das Melodie und Aggression ausbalanciert. Die Band klingt kontrolliert und technisch präzise, mit großer Aufmerksamkeit für Details in den Arrangements. Stücke wie “The Ringing Bell” und “End Whispers” verbinden schwere Riffs mit Refrains, die klar für große Hallen geschrieben sind. Dennoch fehlt es manchmal an Spontaneität, wodurch das Gesamtbild etwas kalkuliert wirkt. Die Produktion von Drew Fulk hält alles straff zusammen, lässt aber wenig Raum für Rauheit. Das Ergebnis ist solide, aber nicht ihr experimentellstes Werk. (Anton Dupont) (7/10) (Roadrunner Records)
Bart Flos – Clarity Of Vision
Bart Flos ist ein Pianist der sich im Jazzbereich einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. Während seiner klassischen Klavierausbildung entwickelte er zunächst Interesse an Boogie-Woogie und Dixieland. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dies über Bebop und andere Stile zu einem breiten Spektrum des Jazz. Diese Stile präsentiert er in den verschiedenen Etappen seiner “Next Step”-Projekte. Im Rahmen von Next Step Stage 7 ist kürzlich das Triple-Album “Clarity Of Vision” erschienen. Auf den drei CDs befinden sich insgesamt 24 Stücke, teils Coverversionen und teils Eigenkompositionen. Während sein vorheriges Triple-Album “Roots & Reflections (Stage 6)” noch teilweise mit seinem Jazztrio aufgenommen wurde, spielt Bart dieses Mal vollständig allein. Das Album ist in drei Teile gegliedert, mit den Titeln “Sense Of Purpose”, “Sense Of Direction” und “Sense Of Urgency”. Sein Wunsch war es, dieses Album auf dem Konzertflügel seiner Träume aufzunehmen, dem Fazioli F308, der mit drei Metern Länge der größte Konzertflügel der Welt ist. Bart Flos nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die Welt des Jazz mit bekannten Klassikern wie “Bésame Mucho”, “Someday My Prince Will Come”, “My Funny Valentine” und “A Night In Tunisia”, die jeweils ihre eigene Interpretation erhalten. Besonders deutlich wird das bei “Autumn Leaves”, das in drei verschiedenen Versionen enthalten ist. Jede CD endet mit einer dieser Versionen. Auch die Eigenkompositionen sind hörenswert, wie “Do You Remember” und das bluesige “New Blues News”. Besonders erwähnenswert sind außerdem “Straight, No Chaser” von Thelonious Monk, “Caravan” von Duke Ellington und der Blues “Billie’s Bounce” von Charlie Parker. Liebhaber von Klavierjazz und Jazz allgemein sollten dieses Album unbedingt hören. Von Anfang bis Ende ist es eine abwechslungsreiche Reise durch die Welt des Jazz. Wunderschön gespielt. Sehr empfehlenswert. (Eric Campfens) (8/10) (Bart Flos Music)
Loathe – A Stranger To You
Mit “A Stranger To You” setzt Loathe erneut einen Schritt in Richtung ihres hybriden Ansatzes zwischen Metal und Post-Rock. Das Album wechselt zwischen brachialen Ausbrüchen und atmosphärischen Passagen, die fast filmisch wirken. Die Spannung zwischen Stille und Chaos ist hier das stärkste Element. Besonders die längeren Kompositionen bauen ihre Schichten sorgfältig auf, ohne an Intensität zu verlieren. Manchmal neigt das Ganze zur Überambition, doch die Band behält genügend Kontrolle, um das auszugleichen. Es ist ein Album, das mehrere Durchläufe braucht, um seine volle Wirkung zu entfalten. (William Brown) (8/10) (SharpTone Records)
Kasabian – Act III
Mit “Act III” setzt Kasabian seine Linie aus stadiontauglichem Rock mit elektronischen Einflüssen fort. Die Singles “Hippie Sunshine” und “Great Pretender” setzen früh den Ton: groß, rhythmisch und klar für große Bühnen gedacht. Das Album lebt von seiner Energie, vermisst jedoch gelegentlich dynamische Vielfalt in den Kompositionen. Die Produktion ist klar und direkt, wodurch die Songs sofort Wirkung zeigen, aber weniger nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Dennoch gibt es Momente, in denen die Band ihre frühere Schärfe wiederfindet, besonders in den psychedelischeren Passagen. Es ist ein Album, das eher durch Momentum als durch Tiefe funktioniert. (Daniel Harris) (6/10) (Sony)






