Übersicht über die Albumrezensionen: Sonic Whip, Simon Phillips und mehr

Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.

Foto (c) Jorge Fakhouri

Narnia – X

Das schwedische Gegenstück zu Stryper feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum und tut dies mit der Veröffentlichung seines zehnten Albums mit dem Titel “X”, wobei der Buchstabe X für die römische Zahl 10 steht. Der Bandname und viele der frühen Texte wurden von der berühmten Buchreihe “Die Chroniken von Narnia” von C.S. Lewis inspiriert. Auch dieses zehnte Album der schwedischen christlichen Power-Metal-Band lässt sich sehr angenehm anhören. Fans des Genres werden rundum zufriedengestellt. Die stärkeren Songs befinden sich am Anfang und am Ende des Albums, wodurch der Mittelteil etwas weniger spannend wirkt. Dennoch enthält auch dieser Abschnitt gute Stücke wie “Walk On Water” und “Jerusalem”, die ihre Wurzeln im klassischen Rock der 1980er Jahre haben. Dieses Album eignet sich daher sowohl für Nichtgläubige als auch für Rockfans, die ihre Musik gerne mit einer christlichen Botschaft hören. (Ad Keepers) (8/10) (Narnia Songs)

Sublime – Until the Sun Explodes

Dreißig Jahre nach dem selbstbetitelten Album, das untrennbar mit dem Tod des Frontmanns Bradley Nowell verbunden wurde, kehrt Sublime mit seinem vierten Album zurück, diesmal mit Bradleys Sohn Jakob Nowell am Mikrofon. “Until the Sun Explodes” ist bewusst als Epilog des Sublime-Vermächtnisses angelegt: eine Hommage und ein Dankeschön von Jakob an seinen Vater. Mit 21 Songs und einer umfangreichen Gästeliste, darunter H.R. von Bad Brains, G. Love, FIDLAR und Pennywise-Gitarrist Fletcher Dragge, ist das Album ehrgeizig angelegt. Die vertraute Mischung aus Ska, Reggae, Punk und kalifornischer Energie kehrt auf Songs wie “Ensenada” und “Can’t Miss You” zurück, und Jakob klingt bemerkenswert nah an seinem Vater, ohne ihn blind zu kopieren. Der Titelsong fungiert als emotionales Herzstück. Einige Kritiker fanden das Album zu lang und qualitativ schwankend, doch der gastfreundliche Ansatz sorgt für Abwechslung und der Kern des Albums klingt authentisch nach Sublime. Ein Genuss für Fans und ein interessanter Einstieg für Neulinge. (Anton Dupont) (7/10) (Atlantic)

The Bobby Lees – New Self

“New Self” wirkt wie eine konstruierte Haltung, die kompromisslos und direkt erscheinen will und sich ihrer Umgebung beinahe aufdrängt. Der Opener “Give” gibt mit seiner gezupften Basslinie sofort den Startschuss für das, was sich als kurze, aggressionsregulierende und bejahende Therapiesitzung entpuppt. Mit einer Spielzeit von weniger als zwanzig Minuten ist das Album sogar kürzer als so manche EP. Dennoch hinterlassen die kurzen musikalischen Explosionen an ausgewählten Stellen Eindruck. Man denke an die Zeile ‘My tank is running real low, because I keep on getting fucked’ aus “Napoleon” oder an das von einem treibenden Bass getragene und beinahe deklamierte ‘This is some Elvis Presley shit, and I’m putting an end to it’ aus “The End”. Auch die Zeile ‘I wish I could be my new self’ bleibt im Gedächtnis. Das liegt auch an der auffälligsten Stärke des Albums: der prominenten Rolle des Basses. In all seiner Einfachheit und Verzerrung verfehlt er seine Wirkung nie. Trotz der Anerkennung durch Künstler wie Iggy Pop und Henry Rollins bleibt die Band inhaltlich jedoch meilenweit von deren Niveau entfernt. Energie, Direktheit und Attitüde sind vorhanden, doch thematisch bleibt “New Self” vor allem ein roher Ausbruch von Frustration und Selbstbestätigung, ohne die tiefere Vielschichtigkeit, die die genannten Künstler häufig erreichten. (Bart van de Sande) (6/10) (Epitaph Records)

Sonic Whip – Sonic Whip II

Nach Jahren intensiver Tourneen im In- und Ausland hat Sonic Whip Zeit gefunden, den Nachfolger des 2021 erschienenen Debüts “Triskelion” aufzunehmen. Unter der Leitung von Sänger und Gitarrist Meryn Bevelander beweist Sonic Whip, eine der besten Livebands der Niederlande zu sein. Sein Gitarrenspiel hebt die Songs live auf ein hohes Niveau. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension hat Sonic Whip gerade einen erfolgreichen Auftritt beim Bridge Guitar Festival in Eindhoven absolviert. Zu den weiteren Erfolgen zählen zwei Radio Wigwam Awards für Best International Band und Best Live Act. Sonic Whip scheut sich auch nicht, das Liveprogramm mit eigenen Interpretationen von Hardrock-Covern zu bereichern. Gelegentlich geschieht dies auch in der Coverband Whip It Live!, der dieses Trio ebenfalls angehört. Dort tauschen die Bevelander-Brüder ihre Instrumente und werden von Sängerin Yasmina van Eijk sowie Keyboarderin Tina Lopez Carbonell unterstützt. Das Album trägt den Titel “Sonic Whip II”, weil die Musik beginnt, eine eigene Identität zu entwickeln. Dennoch bewegt sich Sonic Whip noch etwas zu sehr innerhalb bekannter Grenzen und dürfte ruhig experimentierfreudiger sein, um ein wirklich eigenständiges musikalisches Profil zu entwickeln. Wer kraftvollen Indie-Rock mag und Fans von Foo Fighters, Audioslave und Navarone ist, sollte dieses Album nicht verpassen. (Ad Keepers) (8/10) (Eigenproduktion)

Simon Phillips – Protocol 6

Nach dem Tod von Jeff Porcaro suchte Toto keinen Ersatz, der ihren Gründer und Schlagzeuger einfach kopieren sollte. Gesucht wurde jemand mit einem eigenen Stil. Lukather und Paich entschieden sich für Simon Phillips, einen hochgeschätzten Studiomusiker, der vor allem im Jazz- und Fusionbereich aktiv war. Obwohl ihn die meisten Menschen vor allem durch Toto kennen, produziert Phillips seit Jahren beeindruckende Fusion-Musik unter dem Namen “Protocol”, von der nun der sechste Teil erschienen ist. Mit “Protocol” hat Phillips in den vergangenen Jahren ein Werk geschaffen, in dem er sich nicht nur als virtuoser Schlagzeuger, sondern vor allem als Komponist und Arrangeur präsentiert. In dieser Hinsicht stellt Protocol 6 einen Höhepunkt dar. Phillips erkundet die Extreme, vom melodischen und vergleichsweise ruhigen “As The River Flows” bis zum Fusion-Feuerwerk in “Code 4 Kryptos”. Ungewöhnliche Taktarten und komplexe Rhythmen bilden zwar das Leitmotiv, doch führt dies nie zu unverständlicher Angeberei. Und dabei haben wir das Magnum Opus von Protocol 6 noch gar nicht erwähnt, denn mit einer Länge von über vierzehn Minuten ist das abwechslungsreiche “Event Horizon” der ultimative Beweis dafür, dass Phillips weit mehr ist als nur ein Schlagzeuger. Er ist jemand, der sich in den Dienst einer Band stellen kann und dennoch eine unverwechselbare Handschrift besitzt. Genau das war es, was Lukather und Paich damals für Toto suchten. (Jeroen Mulder) (9/10) (Phanom Recordings)

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