Übersicht über die Albumrezensionen: Shaboozey, Ariana Grande und mehr
Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension täglich bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.
And Then We Kiss… – Anthony Strong
Falls es durch das Coverfoto noch nicht deutlich war, reichen ein paar Noten des Eröffnungstitels ‘Some Enchanted Evening’ aus, um zu wissen, dass wir es hier mit einem altmodischen Crooner zu tun haben. Obwohl der gute Mann bereits 2009 debütierte und in seinem Heimatland England ein gern gesehener Gast in Aufnahme- und Fernsehstudios ist, genießt Strong außerhalb Großbritanniens kaum Bekanntheit. Dieses Album soll das ändern, und Strong tut dies mit einem bewährten Rezept, nämlich mit Standards aus dem Great American Songbook und Broadway-Klassikern. Groß gemacht von Sinatra, als Genre von Bublé neu definiert und nun also dieses ‘And Then We Kiss’ von Anthony Strong, unterstützt von einem stattlichen Orchester. Das Ganze gleitet wie cremige Butter durch den Gehörgang, denn eines muss gesagt werden: Strong verfügt über eine schöne Stimmfarbe, wobei es eigentlich keine Rolle spielt, ob er Hammerstein II und Porter interpretiert oder eine Einkaufsliste vorträgt. Job well done, wie man sagt. Nur: Er hätte es bei diesen Standards belassen sollen. Die Crooner-Version des Chicago-Klassikers ‘If You Leave Me Now’, im Duett mit der französischen Jazzsängerin Pamina Beroff, hätte weggelassen werden können. (Jeroen Mulder) (7/10) (Guaranteed! Records)
Finsterforst – Still
Finsterforst besteht seit über 20 Jahren. Ein Abschnitt aus der Presseinformation lautet: ‘Überwältigende Schwere trifft auf weitläufige, cineastische Klangwelten. Monumentale Arrangements tragen sowohl ein Gefühl von Intimität als auch von Größe in sich’. Das klingt vielversprechend! Die Vielfalt in Gesang und Musik ist bereits im Eröffnungstitel vorhanden. Klargesang, Grunts und Chorgesang wechseln sich ab, die instrumentalen Mischungen/Wendungen sind besonders. Der Aufbau der Songs ist gut, aber die Kontraste zwischen leicht/schwer, laut/leise hätten größer sein können. Die Unterschiede zwischen Intimität und Größe sind daher kleiner als erwartet. Darüber hinaus fehlt den orchestralen Elementen genau die Wärme, um das Ganze auf ein höheres Niveau zu heben. Dennoch besitzt jeder Song überraschende Elemente. Das Verhältnis zwischen Rhythmus und Melodie; und zwischen Metal und Folk in beispielsweise ’Im Wind’ ist schön. ‘Leere’ ist ein gutes über 24 Minuten langes Epos! Gefolgt von zwei (gewagten) Coverversionen. Finsterforst lässt eine eigene Weite im Heavy Metal hören, mit einer eigenen Art des Mischens, des Halls und der Soundeffekte. Obwohl ‘Still’ vielleicht nicht alle Erwartungen erfüllt, ist klar, dass die Titel mit Sorgfalt komponiert wurden. (Esther Kessel-Tamerus) (7/10) (AOP Records)
Chris Caffery – Pins And Needles
Chris Caffery ist ein amerikanischer Heavy-Metal-Gitarrist und Songwriter, der vor allem als Gitarrist von Savatage und Trans-Siberian Orchestra (TSO) bekannt ist. Im Jahr 2004 startete er seine Solokarriere mit dem Album ‘Faces’. Die Alben ‘Pins And Needles’ und einige Wochen später das Debüt ‘Faces’ werden nun vom Plattenlabel Metalville erneut veröffentlicht. Bei der Veröffentlichung alter Alben in einer erneuerten Reissue kann das Ergebnis in zwei Richtungen gehen. Entweder lohnt es sich für den Fan, den Kauf zu tätigen, oder die Reissue fügt dem Original wenig bis nichts hinzu. Im Fall von ‘Pins And Needles’ trifft eindeutig Ersteres zu. Das Original von 2007 ist seit Jahren ausverkauft (out of print) und wird auf Plattformen wie Discogs zu lächerlich hohen Preisen zum Verkauf angeboten. Mit dieser Reissue kann die breite Öffentlichkeit dieses Album wieder zu einem erschwinglichen Preis erwerben. Außerdem wurden Verpackung und Artwork angepasst und die Version von 2026 wurde als CD-Digipak mit angepasstem Artwork veröffentlicht. Der größte Unterschied ist das Fehlen des Songs ‘It’s S.A.D.’ Der Grund dafür ist, dass er diesen Song damals über eine bestimmte negative Situation in seinem Leben geschrieben hatte und diese nicht erneut durchleben wollte. Anstelle von ‘It’s S.A.D.’ befindet sich ein Bonustrack auf dem Album, nämlich eine alternative Version von ‘The Time’. (Ad Keepers) (8/10) (Metalville)
Ariana Grande – Petal
Mit ‘Petal’ entscheidet sich Ariana Grande für ein Album, in dem raffinierter Pop und R&B erneut zusammenkommen. Die Platte folgt auf ihre früheren Arbeiten, bei denen persönliche Themen, stimmliche Vielseitigkeit und sorgfältig aufgebaute Produktionen im Mittelpunkt standen. Grande konzentriert sich nicht auf einen großen Stilbruch, sondern auf die weitere Ausarbeitung eines Sounds, in dem ihre Stimme die wichtigste Rolle spielt. Die Songs bewegen sich zwischen intimen Momenten und großzügig angelegten Popproduktionen, wobei elektronische Elemente und warme Arrangements einander ergänzen. Die Stärke des Albums liegt vor allem darin, wie Grande Emotionen subtil vermittelt, ohne dass die Produktion die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Texte greifen Themen wie Veränderung, Selbstreflexion und Beziehungen auf, wodurch ‘Petal’ als zusammenhängendes Ganzes klingt. Manchmal bleibt der musikalische Ansatz nah an dem, was Grande zuvor bereits gezeigt hat, wodurch nicht jeder Moment gleichermaßen überraschend ist. Dennoch überzeugt das Album durch den starken Gesang, die konsequente Produktion und die klare künstlerische Linie. ‘Petal’ ist ein sorgfältig produziertes Popalbum, das zeigt, dass Ariana Grande ihren festen Platz innerhalb der zeitgenössischen Musik weiterhin behauptet. (William Brown) (8/10) (Republic Records)
Shaboozey – The Outlaw Cherie Lee & Other Western Tales
Mit ‘The Outlaw Cherie Lee & Other Western Tales’ präsentiert Shaboozey ein Album, in dem Country, Hip-Hop und moderne Americana innerhalb einer klar ausgearbeiteten Geschichte zusammenkommen. Die Platte baut auf dem Interesse des Künstlers auf, verschiedene musikalische Welten zu verbinden, entscheidet sich dieses Mal jedoch ausdrücklich für eine filmische Atmosphäre mit Einflüssen aus der Western-Vergangenheit. Die Produktion wechselt zwischen Gitarren, Rhythmen und elektronischen Details, ohne dass die verschiedenen Stile einander im Weg stehen. Shaboozey nutzt seine charakteristische Stimme, um den Songs eine entspannte, aber ausdrucksstarke Ausstrahlung zu verleihen. Das Album dreht sich nicht nur um einzelne Songs, sondern vor allem um den Zusammenhang zwischen den Geschichten und der Atmosphäre, die während der gesamten Platte präsent bleibt. Die Kombination aus traditionellen Elementen und modernen Einflüssen sorgt für einen eigenen Sound, der wiedererkennbar bleibt. An einigen Stellen hätte die Ausarbeitung etwas schärfer sein können, wodurch einige Songs weniger stark im Gedächtnis bleiben als die besten Momente. Trotzdem ist ‘The Outlaw Cherie Lee & Other Western Tales’ ein überzeugendes Album, in dem Shaboozey seine musikalische Richtung weiterentwickelt. (Daniel Harris) (8/10) (EMPIRE)






