A Place to Bury Strangers – Rare and Deadly

Vor etwa 15 Jahren habe ich dieses (damals) illustre Trio mit Oliver Ackermann als einziger Konstante seit seiner Gründung live im Effenaar in Eindhoven erlebt. Das war damals laut, ja, sehr laut, und Ohrstöpsel waren absolut kein überflüssiger Luxus, um Tinnitus zu vermeiden. Sonst hätte man eine Woche später gedacht, man höre immer noch A Place to Bury Strangers. A Place to Bury Strangers scheuen sich nicht vor etwas Quietschen, Zischen und Rauschen. Dennoch gebührt ihnen Anerkennung, denn sie wussten eine großartige Show zu liefern.

Das Album Rare and Deadly, das den Zeitraum von 2015 bis 2025 umfasst, bietet einen kontemplativen Blick auf die Gedankenwelt von Oliver Ackermann, als wären wir Zeugen seines Entstehungsprozesses. Ein Album, in das man eintauchen kann, und nein, deine Lautsprecher sind nicht beschädigt, wenn du viel Verzerrung hörst. Sei unbesorgt, es ist nur Crash, was du hörst. Kein gewöhnliches Kompilationsalbum, sondern eine Sammlung von Demos, B Seiten, nicht vollendeten Experimenten und ausgearbeiteten Fragmenten. Diese verleihen dem Album eine Atmosphäre von morgendlichem Tau, in der man einige Schatten im tief hängenden grauen Nebel über dem Feld erkennt, sie aber noch nicht eindeutig definieren kann, was zugleich die Fantasie anregt, während der Tag weiter Gestalt annimmt.

Inzwischen hat sich die Besetzung im Laufe der Jahre etwas verändert, und seit 2021 hat das Ehepaar John Fadowitz am Bass und Sandra Fadowitz am Schlagzeug einen Impuls gegeben, der Oliver Ackermann wieder aufgeschreckt hat. John und Sandra hatten ihre Kreativität bereits zuvor erfolgreich bei Ceremony, auch bekannt als Ceremony East Coast, entfalten können. Mit ihrer Wertschätzung für Jesus and the Mary Chain und Joy Division haben sie Oliver Ackermann vermutlich neue inspirierende Impulse gegeben.

Dieses Album ist kein leichtes Hörerlebnis, sondern ein Klang im Entstehen, und wir als Zuhörer können an den Gedanken dieser lautesten Band aus New York teilhaben. Das verleiht dieser Kompilation eine ungewöhnlich organische Atmosphäre, die es wert ist, erlebt zu werden.

Für Fans der genannten Bands lohnt es sich auf jeden Fall, sie live zu erleben. Vergessen Sie dabei nicht Ihre Ohrstöpsel, oder nehmen Sie einen strategischen Platz an der Bar ein, was in jedem Fall eine Win win Situation darstellt. (8/10) (Dedstrange)

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