Übersicht über die Albumrezensionen: Beartooth, Alabama Shakes und mehr

Jede Woche treffen Dutzende neuer Alben in der Redaktion von Maxazine ein. Viel zu viele, um sie alle anzuhören, geschweige denn zu rezensieren. Eine Rezension jeden Tag bedeutet, dass zu viele Alben zurückbleiben. Und das ist eine Schande. Deshalb veröffentlichen wir heute eine Übersicht der Alben, die in Kurzrezensionen in der Redaktion eintreffen.

Foto (c) Jorge Fakhouri

maTrigal – Between Homes

Der Cellist Gottfried Tadashi Forc, der Gitarrist Raphael Gamper und der Schlagzeuger Maximilian Wolfgang Schwarz lernten sich während ihres Studiums an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock kennen. Als maTrigal veröffentlichen sie nun ihr Debüt unter dem Titel “Between Homes”. Ein Cello, eine Akustikgitarre und ein Schlagzeug: Das ist die vollständige Instrumentierung, wobei die Herren auch häufig Elektronik einsetzen, etwa Samples und Drones im Opener “TGD4”. Fast vollständig akustische Stücke sind “Balafon” und der Titeltrack. Musikalisch bewegt sich maTrigal zwischen Jazz und Weltmusik, wobei die Themen manchmal meditativ klingen. Vieles des Materials begann als Improvisation während der Proben und wurde anschließend gemeinsam ausgearbeitet, und leider hört man das. Die Grundkompositionen eignen sich hervorragend für Improvisationen, aber diese Spontaneität fehlt auf den Aufnahmen. Obwohl das Zusammenspiel zwischen Cello und Gitarre interessant ist, bleiben die meisten Tracks dennoch gewissermaßen „stecken“. Man erwartet, dass noch mehr kommt, bis der Song zu Ende ist und man mit dem Gefühl zurückbleibt, etwas verpasst zu haben. Positive Ausnahmen: “Nami” und “Days of Rain” sind zwei wunderbare Stücke mit Groove. Davon hätten wir gerne mehr gehabt. (Jeroen Mulder) (6/10) (Svitzer Music)

Fejd – Nifelheim

Fejd – Nifelheim “Nifelheim” ist das fünfte Album der schwedischen Folk-Metal-Band Fejd. Was Fejd so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Musiker die Metal-Gitarren mit traditionellen Folk-Instrumenten wie Moraharpa, Bouzouki, Dudelsack, Drehleier und Maultrommel ergänzen. Auf den ersten drei Alben sind sogar keine E-Gitarren zu hören. Erst ab dem vierten Album “Trolldom” (2016) wurden diese hinzugefügt. Der Gesang ist vollständig auf Schwedisch und die Melodielinien atmen die typische melancholische Atmosphäre traditioneller skandinavischer Volksmusik. “Nifelheim” könnte der Soundtrack eines Films über Wikinger sein. Die “folkigste” Band aller Folk-Metal-Bands veröffentlicht mit “Nifelheim” ein solides Album, das für den durchschnittlichen Metalhead vielleicht etwas zu soft ist. Bands, die als Referenzrahmen dienen können, sind Heidevolk, die Akustikalben von Eluveitie und Pathos, die Band, in der drei der fünf Bandmitglieder spielten, bevor sie gemeinsam mit den Brüdern Rimmerfors Fejd gründeten. (Ad Keepers) (7/10) (Black Lodge Records)

Elizabeth Cook – Great Television

Die Songs auf “Great Television” handeln unter anderem sowohl von der Bereicherung als auch von der Manipulation durch Fernsehen und Medien. Rock ’n’ Roll wird mit Country vermischt. “Sunset Promenade” beginnt mit gesprochenem Sampling, danach setzen Gesang und Gitarrenspiel ein. Der Klang ist wunderbar klar. “Thiokol Tripwire” handelt von einer Explosion im Jahr 1971 in einer Chemiefabrik in Georgia, bei der viele Menschen ums Leben kamen. Dieser Song hat einen angenehmen Flow. Wenn man die Geschichte dahinter nicht kennt, spürt man anhand von Gesang und Musik nicht, dass sich eine Tragödie verbirgt. Elizabeth vermisst den tiefen Süden mit seinem eigenen Akzent, dem Essen (aus frittiertem Alligatorschwanz), den unbefestigten Straßen, darüber singt sie in “Okeechobee Mud”. Der Anfang ist ruhig, aber der Song wird intensiver. Das Duett “The Easy Kind” erzählt von einer schwierigen Phase von Verlust und Sucht in Elizabeths Leben. Auch das ruhige Orgelspiel kommt hier schön zur Geltung. Das Oldschool-Stück “Caldonia and the Love Convoy” ist etwas schneller. “In Your Veins” ist traditionell und nicht wirklich überraschend. Das gilt auch für einige Wendungen unter anderem in “Feverfew”. Aber mehrere Songs haben überraschende Elemente. (Esther Kessel-Tamerus) (7/10) (Mattan Records)

Alabama Shakes – I Must Be Dreaming

Mit “I Must Be Dreaming” kehren Alabama Shakes nach einer langen Pause endlich zurück. Der ikonische Mix aus rauem Soul, glühendem Blues und mitreißendem Rhythm and Blues packt einen sofort an der Kehle. Die Stimme von Brittany Howard schneidet beim Titeltrack “I Must Be Dreaming” gnadenlos durch Mark und Bein, während die organische, leicht vintage-klingende Instrumentierung sich wie eine warme Umarmung anfühlt. Das Album setzt stark auf emotionale Dynamik und wechselt mühelos zwischen intimen, fast verletzlichen Passagen und explosiven Ausbrüchen purer Leidenschaft. Die Single “Don’t Look Back” unterstreicht einmal mehr, warum diese Band in der aktuellen Musiklandschaft so einzigartig ist: Die Harmonien stimmen bis ins kleinste Detail und der Groove sitzt bombenfest. Wo frühere Platten manchmal suchend wirkten, strahlt dieses Album eine seltene, reife Eleganz aus, ohne auch nur ein Gramm musikalischer Muskelkraft einzubüßen. Es ist ein beeindruckendes, reifes Werk geworden, das live zweifellos für absolute Gänsehautmomente sorgen wird. Eine unvergleichliche Rückkehr einer der begnadetsten Bands der vergangenen zwei Jahrzehnte. (Elodie Renard) (8/10) (ATO Records)

Beartooth – Pure Ecstasy

Wenn es eine Band gibt, die weiß, wie man einen Moshpit zum Explodieren bringt, dann ist es Beartooth. Mit “Pure Ecstasy” legen die Amerikaner ab der allerersten Sekunde wieder messerscharf los. Caleb Shomo schreit sich die Seele aus dem Leib und die Gitarren hämmern durch die Lautsprecher, als würde eine Dampfwalze über einen hinwegrollen. Der Höhepunkt “Adrenaline” packt einen sofort an der Kehle mit einem dicken, schweren Riff und einem Refrain, der dafür gemacht ist, von Tausenden wütenden Fans mitgesungen zu werden. Die Produktion ist fett, aggressiv und herrlich laut. Trotzdem gibt es auch Raum für etwas Melodie, wie bei der Single “Fight or Flight”, aber täusche dich nicht: Hier wird gnadenlos draufgehauen. Kein Gelaber, einfach nur knallharter Hardcore-Punk, gemischt mit kräftigem Alternative-Metal. Das Zeug energisch zu nennen, ist noch milde ausgedrückt, es ist ein absoluter Vorschlaghammer von einem Album geworden, das den Trommelfellen kaum Ruhe gönnt. Eine kompromisslose, geradeaus nach vorn gehende Wucht von einer Platte. (Daniel Harris) (8/10) (Fearless)

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